Juni 2026
Fotos: LEV
Walzbachtal. In den vergangenen Monaten hat der Landschaftserhaltungsverband Landkreis Karls-ruhe e.V. (LEV) gemeinsam mit der
Gemeinde Walzbachtal und den beiden Referenten Stephan Heneka und Thomas Hauck eine dreiteilige Kursreihe zum Thema Streuobstpflege durchgeführt. Der sogenannte Streuobst-Trimix beinhaltet einen
klassischen Winterschnittkurs an Obstbäumen, mit einem Theorie- und einem Praxisteil, einen Mäh- und Dengelkurs, der den richtigen Umgang mit einer Sense vermittelt und einen Sommerriss, bei
welchem die Neuaustriebe der Obstbäume reduziert werden.
Am vergangenen Samstag fanden sich bei schönstem Wetter mehr als 40 Streuobst-Interessierte, zum Teil bewaffnet mit eigenen Sensen, in Walzbachtal-Jöhlingen auf der Streuobstwiese am Heuberg zum
dritten Teil der Kursreihe ein. Stephan Heneka, Fachwart sowie geprüfter Obstbaumpfleger, zeigte den eifrigen Kursteilnehmern die theoretischen Grundlagen zur Sense, wie zum Beispiel die korrekte
Einstellung einer Sense und den ökologischen Nutzen einer Sensenmahd. Unter Anleitung von Theo Amolsch konnten die Teilnehmer dann ihre mitgebrachten Sensen dengeln, d. h. die Sensen schärfen.
Anschließend wurden unter Anleitung von Thomas Hauck, Fachwart und Vorsitzender vom Obst- und Gartenbauverein Neibsheim, die frisch gedengelten Sensen vor Ort ausprobiert. Der Einsatz einer Sense
lohnt sich besonders für kleinere Wiesengrundstücke und aus naturschutzfachlicher Sicht, da im Vergleich zum Einsatz eines Rasenmähers Insekten und andere Kleintiere geschont werden.
Nebenbei wurde der Sommerriss an den zuvor im Winter geschnittenen Bäumen gezeigt. Dieses Vorgehen ist besser für die Wundheilung der Bäume und kann nur vor der Verholzung der Jungtriebe
erfolgen. Zum Abschluss konnten sich alle Teilnehmenden bei einem Imbiss stärken, der dankenswerterweise von der Gemeinde Walzbachtal bereitgestellt wurde.
Insgesamt waren alle drei Kurse gut besucht und werden im kommenden Jahr in einer anderen Mitgliedskommune des LEV im Landkreis Karlsruhe angeboten. Wann und wo die Termine stattfinden, wird noch
rechtzeitig bekannt gegeben. Wer an einem Schnittkurs Interesse hat, kann sich über die Internetseite des LEV (www.LEV-Landkreis-Karlsruhe.de) über die aktuell angebotenen Kurse informieren. Der
LEV möchte sich hiermit nochmals bei allen Mitwirkenden und den Kursteilnehmern für den guten Ablauf, das große Interesse und den regen Austausch bedanken.
Walzbachtal. Der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Landkreis Karlsruhe hat im Februar gemeinsam mit der Gemeinde Walzbachtal und
den beiden Referenten Thomas Hauck und Stephan Heneka sowie vielen weiteren Streuobstinteressierten einen Schnittkurs für Streuobstbäume in Walzbachtal durchgeführt. Dieser Kurs war der Auftakt
zum sogenannten Streuobst-Trimix, einer dreiteiligen Kursreihe, bei der die Pflege von Streuobstwiesen vorgestellt wird. Im Juni findet die Fortsetzung der Kursreihe mit einem Mäh- und Dengelkurs
sowie einem Sommerriss statt.
Stephan Heneka, Fachwart und geprüfter Obstbaumpfleger sowie Thomas Hauck, Fachwart und Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Neibsheim, werden am 13.06.2026 das Dengeln und Mähen mit der Sense wie auch den Sommerriss zeigen. Wer möchte, kann seine eigene Sense mitbringen, um das Dengeln und Mähen zu
üben. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr in Jöhlingen auf der Streuobstwiese am Heuberg. (Verlängerung der Heubergstraße Jöhlingen Richtung Wald folgen). Die
Streuobstwiese wird ausgeschildert sein. Alle interessierten Personen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Für eine kleine Stärkung ist gesorgt. Die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung
ist nicht erforderlich. Bei Fragen oder Anregungen können Sie sich an Franziska Fritz vom LEV wenden (Telefon: 0721/936-86910, E-Mail: [email protected]).
Februar 2026
Gemeinsam mit der Internationalen Streuobst-Pädagogik Akademie gGmbH (ISA) bieten wir ab 2026 eine umfassende Qualifizierung zum Streuobst-Pädagogen an. Die Ausbildung richtet sich an Personen, die fundiertes Wissen über Streuobstwiesen erwerben und dieses später in Bildungsarbeit, Naturvermittlung oder eigene Projekte einbringen möchten.
Die Kursreihe umfasst rund 90 Unterrichtsstunden und vermittelt praxisorientierte Inhalte zu:
Ökologie der Streuobstwiesen: Lebensraumstruktur, typische Pflanzen und Tiere, Bedeutung für den Naturschutz
Praktische Fertigkeiten: Mähen mit der Sense, Pflege alter Obstbäume, Erkennen und Interpretieren von Tierspuren
Didaktik und Methodik: Planung und Durchführung von Exkursionen, Vermittlungskompetenzen für unterschiedliche Zielgruppen
Saisonale Besonderheiten: Beobachtung und Nutzung der Streuobstwiese im Jahresverlauf
Die Ausbildung erstreckt sich von März bis November und kombiniert Theorieeinheiten, Exkursionen und praktische Übungen im Gelände. Zum Abschluss findet eine Prüfung statt, die bei erfolgreichem
Bestehen zum anerkannten Abschluss als Streuobst-Pädagoge führt.
Detaillierte Beschreibungen zu den Kursdaten und zu den Gebühren können Sie der Ausschreibung entnehmen:
Die nötigen Unterlagen zur Anmeldung erhalten Sie hier:
Bei Interesse an einer Ausbildung zum Streuobst-Pädagogen reichen Sie das Anmeldeformular bis 10. März 2026 per E-Mail bei Frau Franziska Fritz ([email protected]) ein.
Wer das Projekt mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies auf der NUSSBAUM Spendenplattform gemeinsamhelfen.de unter folgendem Link
tun: HIER KLICKEN
Angehende Streuobstpädagogen bei der Ausbildung; Foto: Beate Holderied
Am ersten Samstag im Februar luden die Stadt Östringen, die Wegwarte Tiefenbach und der Landschaftserhaltungsverband Landkreis Karlsruhe zu einem Landschaftspflegeeinsatz ein. Mit Feuereifer,
Motorsägen und Astscheren packten die Teilnehmer an, um Teile eines mit Gehölzen zugewachsenen Bereichs auf Gemarkung Tiefenbach zu entbuschen. Die Flächen waren vor Jahrzehnten privat genutzte
Wiesen und Gärten und ein Lebensraum für Orchideen und andere Tier- und Pflanzenarten trockener Standorte. Da die Flächen jedoch mit der Zeit nicht mehr gepflegt wurden, verbuschten sie und der
Lebensraum für die teilweise geschützten und für den Naturschutz wichtigen Arten ging immer mehr zurück. Langfristig ist eine weitere Öffnung der Flächen geplant, wobei auch ein Teil der
verbuschten Bereiche erhalten bleiben soll, in welchem sich Kleinsäuger und Vögel besonders wohl fühlen und leben.
Mehr als zwei Traktoranhänger wurden am Samstag mit Hecken- und Baumschnittgut gefüllt. Bei der anschließenden gemeinsamen Vesper genoss man die besondere Aussicht und ließ den gemeinsamen
Einsatz gemütlich und gesellig ausklingen.
Die Organisatoren bedanken sich noch einmal ganz herzlich bei allen Personen, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben.
Fotos: LEV
Dezember 2025
Das Streuobst-Wiki ist ein gemeinsames Online-Nachschlagewerk von neun Streuobst-Organisationen aus Deutschland und Österreich, darunter Hochstamm Deutschland e. V.
Ziel ist es, verlässliches und praxisnahes Wissen rund um Streuobstwiesen bereitzustellen; insbesondere zu den Herausforderungen des Klimawandels.
Das kostenlose Wiki bündelt geprüfte Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus der Praxis, etwa zu klimastabilen Baumarten und Sorten, Auswirkungen von Hitze und Trockenheit sowie Empfehlungen für eine zukunftsfähige Bewirtschaftung. Alle Beiträge enthalten transparente Literaturangaben.
Das Projekt wird redaktionell betreut, wächst aber weiter mit dem Wissen der Streuobstgemeinschaft: Fachleute und Praktiker können Inhalte beitragen, die vor Veröffentlichung geprüft
werden.
Auf das Streuobst-Wiki für mehr Infos kommen Sie hier.
Die Förderperiode der Förderung "Baumschnitt-Streuobst" vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz wird auf 2026 ausgeweitet.
Sammelanträge können bis zum 15. Juni 2026 beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingereicht werden.
Alle wichtigen Infos dazu finden Sie hier.
Foto: LEV
September 2024
Anlässlich der 10-jährigen Tätigkeit des Landschaftserhaltungsverbandes Landkreis Karlsruhe e.V. hat die Geschäftsstelle den Vorstand und die Mitglieder des Vereins zu einer Exkursionsrundfahrt in Stutensee eingeladen. Dort wurden am 10. September 2024 vor Ort verschiedene Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der Stadt Stutensee gezeigt und somit ein repräsentativer Einblick in die Tätigkeiten der vergangenen zehn Jahre gegeben. Als LEV-Mitglied hat sich die Stadt Stutensee dankenswerterweise als Veranstaltungspartner zur Verfügung gestellt. Die Teilnehmenden haben zwei Exkursionsstandorte angefahren. Zunächst wurden in Staffort Heckenpflege-maßnahmen der Stadt gezeigt, welche der LEV unterstützt. Zudem stellte die Stadt dort Flächen ihres Förderprogramms „BlühFlur“ vor. Am zweiten Exkursionsstandort in Spöck wurde eine Maßnahme zum Rebhuhnschutz gezeigt, die der LEV gemeinsam mit einem Landwirt umsetzt. Anschließend gab es noch vor Ort einen Impulsvortrag zum Thema Biotopverbundplanung, die 2023 in Stutensee begonnen hat. Die Veranstaltung wurde sehr positiv aufgenommen und die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, sich untereinander fachlich auszutauschen und zu verknüpfen.
Fotos: LEV
August 2024
Bis 2030 soll der Biotopverbund in Baden-Württemberg nach Vorgabe des Gesetzgebers 15 Prozent des Offenlandes umfassen. Immer mehr Kommunen erstellen dazu mit einer Förderung von 90 Prozent des Landes Baden-Württemberg eine Biotopverbundplanung.
Nach Pfinztal, Dettenheim und Bretten haben 2023 die Kommunen Bruchsal, Weingarten, Ettlingen, Stutensee, Kraichtal und Oberderdingen mit der Biotopverbundplanung begonnen. Sowohl Graben-Neudorf als auch Eggenstein-Leopoldshafen werden Anfang 2025 mit ihren Planungen beginnen.
Alle Planungen im Landkreis Karlsruhe werden seitens des LEV von der Biotopverbundberaterin Chantal Rau von der Ausschreibung bis hin zur Maßnahmenumsetzung betreut.
Das von der Kommune beauftragte Planungsbüro führt auf Grundlage des „Fachplan landesweiter Biotopverbund“ der LUBW von 2014 (abrufbar unter https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de) eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes der Offenlandfläche der Kommune durch und validiert die vorhandenen Flächen. Wald- und Siedlungsflächen sind hierbei nicht Teil der Planung. Des Weiteren werden Kulissen wie etwa der Fachplan Gewässerlandschaften (2020, LUBW), sowie die Feldvogelkulisse hinzugezogen. Ziel ist auch, alle möglichen vorhandenen Daten der Gemarkung in der Biotopverbundplanung zusammen zu fassen; so etwa auch mögliche alte Biotopvernetzungskonzeptionen aus den 90er Jahren, Flurneuordnungen, Biotopkartierungen, Gewässerdaten oder Artkartierungen.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist es, die Öffentlichkeit in Form von Veranstaltungen und Arbeitskreisen mit Landwirten, Flächeneigentümern, Naturschützern, Gebietskennern und Interessierten einzubinden. Das Wissen aus der Bevölkerung ist essenziell, um eine zugeschnittene Planung und daraus resultierende Maßnahmen zu erstellen.
All diese Kenntnisse werden vom Planungsbüro dazu genutzt, um Maßnahmensteckbriefe, die auf die Kommune zugeschnitten sind, zu erarbeiten.
Die Maßnahmen sind so vielfältig wie unsere Landschaft: möglich sind Extensivierungen von landwirtschaftlichen Flächen, um das Nahrungsangebot für Insekten und Feldvögel zu steigern, aber auch die Anlage von Kleingewässern für Amphibien oder die Wiederherstellung von Grünland auf zugewachsenen Kommunenflächen. Die Maßnahmenumsetzung ist hierbei freiwillig, wird aber auch vom Land für Kommunen erhöht gefördert.
Der Biotopverbund zielt darauf ab, über Trittsteine oder Korridore vorhandene Lebensräume miteinander zu verbinden, um den Artenreichtum zu erhalten. Die Erhaltung ist wichtig, sodass auch künftige Generationen die Natur und Landschaft in einem naturschutzfachlich guten Zustand miterleben können.
Grafik: LEV
Dezember 2022
Für alle, die Ihre Geo-Daten anstatt auf Papier (oder im Kopf) in einem Datenverarbeitungssystem organisieren und verwalten möchten
Möchten Sie Ihre Streuobst-Daten individuell digital erfassen, um zum Beispiel neben der Obstart und Obstsorte auch das Alter, den Pflegezustand oder Krankheiten abrufen zu können? QGIS ist ein Geoinformationssystem, die Software ist kostenlos und bietet ungeahnte Möglichkeiten.
Umso mehr Interessierte sich beteiligen, umso größer und flächendeckender fällt die Übersicht und Datengrundlage über Streuobstbestände aus.
Quelle: QGIS
Haben Sie Interesse? - Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an:
Herrn Günter Kolb, Bruchsal-Heidelsheim, E-Mail: [email protected]
August 2022
Nachdem 2021 mit den Gemeinden Dettenheim und Pfinztal bereits zwei Kommunen mit der Biotopverbundplanung begonnen haben, wird 2022 mit der Stadt Bretten nun die
dritte Kommune hinzukommen. Im Rahmen der Planung wird für die Kommunen eine Potentialanalyse der vorhandenen Naturräume durch ein Planungsbüro erstellt. Als Datengrundlage hierfür dient unter
anderem der landesweite Fachplan Biotopverbund, der auf der Internetseite der LUBW öffentlich eingesehen werden kann (https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de). In Form von runden Tischen, öffentlichen Terminen und Ortsbegehungen wird bei der Planung auch die
Expertise von Gebietskennern mit eingebunden. Wenn die Planung abgeschlossen ist, kann die Kommune auf ausgearbeitete Maßnahmenvorschläge zurückgreifen und die Maßnahmen in Eigeninitative oder in
Zusammenarbeit mit dem LEV umsetzen.
