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Streuobstkonzept Bad Schönborn: Startschuss für ein innovatives Projekt

Hintere Reihe: Landrat Dr. Christoph Schnaudigel (LEV), Prof. Dr. Alexander Siegmund (PH Heidelberg), Erwin Holzer (AHNU). Vordere Reihe: Thomas Kuppinger (LEV), Bürgermeister Klaus Huge (Gem. Bad Schönborn), Dr. Rüdiger Recknagel (Audi Stiftung)
Hintere Reihe: Landrat Dr. Christoph Schnaudigel (LEV), Prof. Dr. Alexander Siegmund (PH Heidelberg), Erwin Holzer (AHNU). Vordere Reihe: Thomas Kuppinger (LEV), Bürgermeister Klaus Huge (Gem. Bad Schönborn), Dr. Rüdiger Recknagel (Audi Stiftung)

Streuobstwiesen sind in Bad Schönborn ein typisches Element der historisch gewachsenen Kulturlandschaft. Neben ihrer Funktion für den Naturschutz und die biologische Vielfalt tragen sie maßgeblich zu einem attraktiven Landschaftsbild bei. Im Kurort Bad Schönborn spielen sie daher eine wichtige Rolle für die Erholung von Kurgästen, Touristen und Einheimischen. Damit die Streuobstwiesen erhalten bleiben und auch künftig ihre wichtigen Funktionen erfüllen können, bedürfen sowohl die Obstbäume als auch die darunter liegenden Wiesen regelmäßiger Pflege. Allerdings wird immer seltener gepflegt: Die Wiesen verbuschen zunehmend und die Obstbäume überaltern – genauso wie der Teil der Bevölkerung altert, der sich noch um die Bestände kümmert. Die Folge ist, dass mehr und mehr Streuobstwiesen brachfallen und verloren gehen. Um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten sind neue Ideen und Partnerschaften gefragt. Daher haben sich die Gemeinde Bad Schönborn, der Arbeitskreis Heimat, Natur und Umwelt (AHNU) Bad Schönborn 1981 e.V., die Pädagogische Hochschule (PH) Heidelberg sowie das Landwirtschaftsamt Bruchsal und der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Landkreis Karlsruhe e.V. zusammengetan und gemeinsam das Projekt „Streuobst erfassen, bewerten und vermitteln – Integratives Monitoring-Konzept zur nachhaltigen Entwicklung und Kommunikation von Streuobstbeständen in Bad Schönborn“ ins Leben gerufen (Kurztitel: „Streuobstkonzept Bad Schönborn“). Kürzlich hatten die Projektpartner ins Rathaus Mingolsheim eingeladen, um das Projekt öffentlich vorzustellen. Prof. Dr. Alexander Siegmund von der Abteilung Geographie der PH Heidelberg erläuterte den zahlreich erschienenen Interessierten das Konzept: „Wir nutzen moderne Geo-Technologien, um die vorhandenen Streuobstbestände zu erfassen, zu bewerten und in einem Streuobstwiesenkataster abzubilden.“ So werden Erfassung und Bewertung mit Hilfe von Drohnen durchgeführt, an denen spezielle Kameras installiert sind, und das Streuobstwiesenkataster wird als Teil eines Geographischen Informationssystems (GIS) im Internet zur Verfügung gestellt. Zudem werden Strategien und Maßnahmen entwickelt, um die Bevölkerung vor Ort in Erfassung, Erhalt und Aufwertung der Streuobstbestände aktiv einzubinden. „Damit wollen wir natürlich auch jüngere Menschen ansprechen, denn für die Zukunft gilt die alte Erkenntnis: Man schützt nur was man kennt“, so Prof. Dr. Siegmund. Bürgermeister Klaus Huge betonte die Wichtigkeit dieser Herangehensweise: „Früher war es selbstverständlich sich selbst mit Obst zu versorgen. Das Ende der Selbstversorgung hat jedoch dazu geführt, dass Techniken wie der fachgerechte Obstbaumschnitt nicht mehr an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden und so das Wissen um die Pflege der Streuobstwiesen schwindet.“ Daher begrüßte der Bürgermeister den innovativen und integrativen Projektansatz zur Vermittlung kulturlandschaftlicher und ökologischer Werte. Der Vorsitzende des LEV, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, schloss sich ihm an und ergänzte: „Das Thema Streuobst fällt in Bad Schönborn auf fruchtbaren Boden. Das Projekt wird hier in besonderem Maße vom vorhandenen Fachwissen und Praxisbezug profitieren.“ Die Audi Stiftung für Umwelt GmbH fördert das Projekt mit rund 100.000 €. Die Stiftung hat sich dem Ziel verschrieben „der Gesellschaft und der Umwelt etwas zurückzugeben“, wie der Sprecher der Geschäftsführung, Dr. Rüdiger Recknagel, erklärte. „Mithilfe von Drohnen Daten über den Gesundheitszustand der Streuobstwiesen zu erheben, Schäden zu identifizieren und mittelfristig Ansätze zur Pflege des Bestands zu entwickeln, hat uns überzeugt das Projekt zu fördern. Die Idee verbindet den Einsatz moderner Technik mit dem Schutzgedanken der Natur und damit genau die beiden Elemente, die für die Arbeit unserer Stiftung maßgeblich sind“, so Dr. Recknagel. Zum Abschluss der Veranstaltung unterzeichneten die Projektpartner den Kooperationsvertrag mit der Audi Stiftung für Umwelt GmbH. Damit kann das Projekt, das auf drei Jahre ausgelegt ist, beginnen. Die ersten Drohnenflüge in der freien Landschaft sind in den kommenden Tagen und Wochen vorgesehen. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung konnten zwei Exemplare der zum Einsatz kommenden Drohnen des an der PH Heidelberg ansässigen UNESCO-Lehrstuhls für Erdbeobachtung und Geokommunikation begutachtet werden.

FFH-Verordnung - Beteiligung für jedermann


Baden-Württemberg ist reich an Naturschönheiten. Sie sind Teil unserer Kulturlandschaft. Die bedeutendsten Vorkommen unserer ökologisch wertvollen Lebensräume und Arten wurden der Europäischen Kommission als FFH-Gebiete gemeldet. Sie sollen nun rechtsverbindlich ausgewiesen werden, weil die Europäische Kommission dies gefordert hat. Mit FFH-Verordnungen in jedem Regierungsbezirk in Baden-Württemberg soll dies umgesetzt werden. Die Verordnungen haben zum Ziel, die jeweiligen Grenzen der gemeldeten FFH-Gebiete kartografisch zu konkretisieren und die Erhaltungsziele für die jeweils in den FFH-Gebieten vorkommenden FFH-Lebensraumtypen und FFH-Arten gebietsbezogen festzulegen. 

Die öffentlichen Auslegungen der Verfahrensunterlagen erfolgen ab 09.04.2018 bis 08.06.2018. Bedenken oder Anregungen sollen im „Jedermann-Verfahren" formuliert und direkt eingegeben werden können. Mehr unter www.ffh-bw.de.

Landesnaturschutzpreis 2018

"Hummel, Has‘ und Salamander –

Vielfalt geht nur miteinander! "

Unter diesem Motto schreibt die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg den 19. Landesnaturschutzpreis aus. Es werden Initiativen ausgezeichnet, die in herausragender Weise dazu beitragen oder beigetragen haben, die Vielfalt der Lebensräume und Arten zu erhalten bzw. zu fördern. Der Landesnaturschutzpreis ist mit insgesamt 20.000 € dotiert und wird in der Regel mehreren Preisträgerinnen und Preisträgern verliehen.

Bis zum 01. August 2018 können Verbände, Vereine, Gruppen sowie Einzelpersonen, Schulen oder Kindergärten aus Baden-Württemberg über die Unteren Naturschutzbehörden ihre Bewerbungen einreichen. Machen Sie mit!

 

Bei Fragen steht Ihnen Frau Schneider gerne zur Verfügung:

Tel.: 0711/126-2228 (Di, Do, Fr)

E-Mail: veronika.schneider@um.bwl.de