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Großes Interesse am Streuobstkonzept Bad Schönborn / Drohneneinsatz demonstriert

Streuobstwiesen sind in Bad Schönborn ein typisches Element der historisch gewachsenen Kulturlandschaft. Neben ihrer Funktion für den Naturschutz und die biologische Vielfalt tragen sie maßgeblich zu einem attraktiven Landschaftsbild bei. Damit sie erhalten bleiben und auch künftig ihre wichtigen Funktionen erfüllen können, bedürfen sowohl die Obstbäume als auch die darunter liegenden Wiesen regelmäßiger Pflege. Allerdings wird immer seltener gepflegt: Die Wiesen verbuschen zunehmend und die Obstbäume überaltern – genauso wie der Teil der Bevölkerung altert, der sich noch um die Bestände kümmert. Die Folge ist, dass mehr und mehr Streuobstwiesen brachfallen und verloren gehen.
Um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten sind neue Ideen und Partnerschaften gefragt. Daher haben sich die Gemeinde Bad Schönborn, der Arbeitskreis Heimat, Natur und Umwelt (AHNU) Bad Schönborn 1981 e. V., die Abteilung Geographie – Research Group for Earth Observation (rgeo) der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sowie das Landwirtschaftsamt Bruchsal und der LEV Landkreis Karlsruhe mit der Audi Stiftung für Umwelt GmbH zusammengetan und gemeinsam das innovative Projekt „Streuobstkonzept Bad Schönborn“ ins Leben gerufen. Der vollständige Projektname lautet „Streuobst erfassen, bewerten und vermitteln – Integratives Monitoring-Konzept zur nachhaltigen Entwicklung und Kommunikation von Streuobstbeständen in Bad Schönborn“. Gefördert wird das Projekt, das auf drei Jahre ausgelegt ist, von der Audi Stiftung für Umwelt GmbH.
Anlässlich des Projektstarts hatten die Projektpartner zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in den Obst-Gen-Garten Bad Schönborn eingeladen. „Für uns als Kurort spielen die Streuobstwiesen eine wichtige Rolle für die Erholung unserer Kurgäste und Besucher sowie natürlich der Einheimischen“, betonte Bürgermeister Klaus Detlev Huge bei der Begrüßung der zahlreichen Besucher. AHNU-Vorsitzender Erwin Holzer ergänzte im Hinblick auf den bewusst ausgewählten Veranstaltungsort: „Der Obst-Gen-Garten, den der AHNU und die Gemeinde gemeinsam aufgebaut haben und betreiben, zeigt den Stellenwert, den das Thema bei uns hat. Er dient neben der Erhaltung seltener und kulturhistorisch wichtiger Obstsorten auch der Umweltpädagogik und der Vermittlung heimatkundlichen Wissens.“
Das Besondere am Streuobstkonzept Bad Schönborn ist der Einsatz moderner Geo-Technologien. Vorhandene Streuobstbestände in der freien Landschaft werden von den Geographen des UNESCO-Lehrstuhls für Erdbeobachtung und Geokommunikation der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mittels Drohnenbefliegung erfasst und bewertet. „An den Drohnen sind spezielle Kameras installiert, deren Aufnahmen Rückschlüsse auf den Gesundheits- und Pflegezustand der Obstbäume und der darunter liegenden Wiesen zulassen“, erklärte Prof. Dr. Alexander Siegmund, der zusammen mit Doktorand Sebastian Scheckel einen solchen Drohnenflug im Obst-Gen-Garten demonstrierte. „Die aufgenommenen Daten werden wissenschaftlich ausgewertet und als Teil eines interaktiven Geographischen Informationssystems im Internet zur Verfügung gestellt“, so Prof. Dr. Siegmund weiter. Auf dieser Grundlage werden umweltpädagogische Konzepte entwickelt, die das Bewusstsein für die Streuobstwiesen und deren Pflegebedarf vor allem bei jüngeren Menschen fördern sollen. Zudem werden Handlungsempfehlungen erarbeitet, um den Bestand der Streuobstwiesen in Bad Schönborn langfristig zu sichern.
Zum Abschluss der Veranstaltung brachte Dr. Matthias Roßmann von der Audi Stiftung für Umwelt GmbH seine Freude über den Start des Projekts zum Ausdruck: „Das Streuobstkonzept Bad Schönborn verbindet den Einsatz moderner Technik mit dem Umweltschutzgedanken sowie dem Erhalt der heimischen Artenvielfalt. Damit vereint es genau die Elemente, die für unsere Stiftungsarbeit maßgeblich sind.“ Bürgermeister Huge schloss sich ihm an und ergänzte: „Wir freuen uns, dass die Menschen vor Ort Teil des Projekts sind und aktiv in Erfassung, Erhalt und Aufwertung der Streuobstbestände eingebunden werden. Dabei kommt es uns insbesondere auf junge Menschen an, denn in deren Händen liegt die Zukunft der Streuobstwiesen.“

Erfolgreicher Streuobst-Trimix in bretten beendet

In den vergangenen Monaten hat der LEV gemeinsam mit seinen Mitgliedern der Stadt Bretten, dem Bezirks- Obst- und Gartenbauverein Bruchsal und dem Landwirtschaftsamt eine dreiteilige Kursreihe zum Thema Streuobstpflege durchgeführt. Der sogenannte Trimix beinhaltete einen klassischen Winterschnittkurs an Obstbäumen, einen Mäh- und Dengelkurs bei welchem der richtige Umgang mit einer Sense vermittelt wurde und einen Sommerriss, bei welchem die Neuaustriebe der Obstbäume reduziert wurden. Am vergangenen Samstag fand der Sommerriss auf der kommunalen Fläche vor dem Bauhof statt. Trotz schwülen Wetters kamen mehr als 35 interessierte Kursteilnehmer. Insgesamt waren alle drei Kurse sehr gut besucht und werden im kommenden Jahr in einer anderen Kommune des Landkreises wieder vom LEV angeboten. In welcher Kommune der Trimix angeboten wird und wann die Termine sind, wird noch rechtzeitig bekannt gegeben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Interesse an Streuobst in Bretten noch sehr hoch ist, auch wenn viele der geschnittenen Bäume Hochzeits- oder Geburtsbäume waren, die schon lange nicht mehr gepflegt wurden. Wer an einem Schnittkurs Interesse hat kann sich hier auf der Internetseite unter der Rubrik "Veranstaltungen" über die aktuell angebotenen Kurse informieren. Der LEV möchte sich hiermit nochmals bei allen Mitwirkenden und den Kursteilnehmern für das große Interesse bedanken.


Landesnaturschutzpreis 2018

"Hummel, Has‘ und Salamander –

Vielfalt geht nur miteinander! "

Unter diesem Motto schreibt die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg den 19. Landesnaturschutzpreis aus. Es werden Initiativen ausgezeichnet, die in herausragender Weise dazu beitragen oder beigetragen haben, die Vielfalt der Lebensräume und Arten zu erhalten bzw. zu fördern. Der Landesnaturschutzpreis ist mit insgesamt 20.000 € dotiert und wird in der Regel mehreren Preisträgerinnen und Preisträgern verliehen.

Bis zum 01. August 2018 können Verbände, Vereine, Gruppen sowie Einzelpersonen, Schulen oder Kindergärten aus Baden-Württemberg über die Unteren Naturschutzbehörden ihre Bewerbungen einreichen. Machen Sie mit!

 

Bei Fragen steht Ihnen Frau Schneider gerne zur Verfügung:

Tel.: 0711/126-2228 (Di, Do, Fr)

E-Mail: veronika.schneider@um.bwl.de