Das Arbeitsgebiet des LEV

Der LEV ist im Landkreis Karlsruhe tätig, der Anteil an drei großen Naturräumen hat: Nördlicher Schwarzwald (grün), Oberrheinebene (gelb) und Kraichgau (rot). Der nördliche Schwarzwald ist für seine artenreichen Wiesen und Wälder bekannt. In der Oberrheinebene findet man ausgeprägte Gegensätze: die Trockenlebensräume der Hardt und die Feuchtlebensräume der Rheinniederung und der Kinzig-Murg-Rinne. Der Kraichgau mit seinen sanften Hügeln zeichnet sich durch Acker- und Weinbau sowie wunderschöne Streuobstwiesen und Heckenzüge aus.

Die Arbeitsfelder des LEV

Natura 2000

Natura 2000 ist eine Naturschutzkonzeption der EU zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa. Grundlage sind die EG-Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahr 1979 und die FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat) aus dem Jahr 1992. Ziel ist ein zusammenhängendes Netz europäischer Schutzgebiete, bestehend aus Vogelschutzgebieten und FFH-Gebieten. Zur Sicherung dieser Gebiete werden sog. Managementpläne erstellt. Hierbei werden die Lebensraumtypen und Arten der FFH- bzw. Vogelschutzrichtlinie erfasst, bewertet und auf das jeweilige Gebiet abgestimmte Erhaltungs- und Entwicklungsziele sowie die zugehörigen Maßnahmenempfehlungen erarbeitet. Die Managementpläne sind auf der Website der LUBW öffentlich einsehbar. Die Umsetzung der Maßnahmen ist eine der wesentlichen Aufgaben des LEV. Sie kann über den Vertragsnaturschutz und über Pflegemaßnahmen erfolgen.

 

Vertragsnaturschutz

Weite Bereiche der Kulturlandschaft im Landkreis Karlsruhe sind durch arten- und blütenreiche Wiesen geprägt. Viele davon sind „Magere Flachland-Mähwiesen“, die als Lebensraumtyp der FFH-Richtlinie einem besonderen Schutz unterliegen (sog. FFH-Mähwiesen). Da diese und viele andere Wiesen nur durch eine extensive Bewirtschaftung erhalten werden können, setzt der LEV das Instrument des Vertragsnaturschutzes ein: Landwirte können sich freiwillig zur extensiven Bewirtschaftung verpflichten und erhalten dafür einen Ausgleich für die Ertragsminderung im Vergleich zu einer möglichen intensiven Bewirtschaftung der Fläche. Die Verträge, die in der Regel mit einer Laufzeit von 5 Jahren abgeschlossen werden, sichern damit den Erhalt der arten- und blütenreichen Wiesen.

 


Pflegemaßnahmen

Viele Lebensräume in der Kulturlandschaft sind durch die wirtschaftende Tätigkeit des Menschen und durch landwirtschaftliche Nutzung entstanden, im Landkreis Karlsruhe z. B. Streuobstwiesen, Hecken und Steinbrüche. Wenn diese Lebensräume nicht regelmäßig gepflegt werden, dringen unerwünschte und schnellwachsende Pflanzen ein, d. h. sie wachsen zu und verlieren ihre ökologische Funktion. Durch Mahd, Beweidung und Rückschnitt von Gehölzen werden die Lebensräume offen gehalten. Der LEV unterstützt sowohl die zuständigen Behörden als auch seine Mitglieder dabei, den Erhalt der Lebensräume zu sichern.


Beratung

Der LEV berät seine Mitglieder bei Fragen zur Erhaltung, Pflege und Entwicklung der Kulturlandschaft sowie zum Arten- und Biotopschutz. Die Beratung ist für Mitglieder kostenlos und nicht bindend. Hierzu zählt auch die Abstimmung von Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen mit allen relevanten Stellen und Akteuren, die „draußen“ aktiv sind: Einbindung, Beteiligung und Zusammenarbeit fördern die breite Akzeptanz und damit den Erfolg der Maßnahmen.

 

Schulungen und Weiterbildungen

Schulungen und Weiterbildungen für kommunale Bauhofmitarbeiter und Umweltbeauftragte sowie Aktive der Naturschutzvereine spielen eine wichtige Rolle im Aufgabenspektrum des LEV. Die Themen reichen vom fachgerechten Obstbaumschnitt über  Hecken- und Biotoppflege bis zur Zurückdrängung invasiver Neophyten, die inzwischen immer mehr naturschutzfachliche und wasserwirtschaftliche Probleme verursachen (Verdrängung der natürlichen Vegetation, Beeinträchtigung von Schutzgebieten, Ufererosion an Fließgewässern). Die Vermittlung der Inhalte erfolgt Theorie und Praxis, hier arbeitet der LEV mit erfahrenen und kompetenten Referenten zusammen.


Streuobst-Trimix

Der LEV setzt sich für den Erhalt und die Pflege der Streuobstwiesen im Landkreis Karlsruhe ein. So führt er jedes Jahr seinen sog. „Streuobst-Trimix“ durch, eine dreiteilige Kursreihe zum Thema Streuobstpflege mit theoretischen und praktischen Veranstaltungen. Das Besondere daran: Alle praktischen Veranstaltungen – Winterschnittkurs, Mäh- und Dengelkurs und Sommerriss – finden auf ein und derselben Fläche statt und decken das gesamte Spektrum der (klassischen) Pflege einer Streuobstwiese ab. So will der LEV Streuobstwiesenbesitzer unterstützen und sie zur Pflege ihrer Bestände motivieren.

Öffentlichkeitsarbeit

Der LEV präsentiert sich bei öffentlichen Veranstaltungen wie Naturerlebnistagen, Gartenschauen und Heimattagen. Dabei stellt er nicht nur sich und seine Arbeit vor, sondern vermittelt den Besuchern auch ein Verständnis für die Belange des Naturschutzes und der Landwirtschaft. Das ist wichtig, denn in der heutigen schnelllebigen Zeit haben viele Menschen keinen Bezug mehr zu Natur und Landschaft und es fehlt das Verständnis für Maßnahmen zum Erhalt und zur Pflege der Kulturlandschaft. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch das Informieren der Öffentlichkeit über die Presse z. B. über Zweck und Notwendigkeit anstehender Heckenpflegemaßnahmen, die bei flüchtigem Blick wie die mutwillige Zerstörung eines Lebensraums erscheinen können.