März 2026
Wie der Rückgang des Weinbaus im Naturpark Stromberg-Heuchelberg unsere Kulturlandschaft verändert – und welche Chancen sich für Natur und Menschen eröffnen.
Zaberfeld, Januar 2026 – Der Weinbau prägt den Naturpark Stromberg-Heuchelberg seit Jahrhunderten – landschaftlich, kulturell und touristisch. Doch in den letzten Jahren hat sich in den Rebanlagen der Naturparkregion ein einschneidender Wandel vollzogen: Immer mehr Rebflächen werden aufgegeben, häufig weil Betriebe keinen Nachfolger oder Pächter finden, die Bewirtschaftung wegen rückgängigem Weinkonsum und internationaler Konkurrenz ökonomisch schwierig wird oder sich die Eigentumsverhältnisse zersplittern. Diese Entwicklung hinterlässt Spuren im Landschaftsbild und stellt die Region vor neue Herausforderungen.
Zugleich entstehen neue Fragen: Wie kann der Weinbau in der Region erhalten oder neu gedacht werden? Welche Chancen bietet der Flächenrückgang für Biodiversität und Klimaschutz? Und welche technischen oder organisatorischen Ansätze können helfen, Weinbau, Tourismus und Naturschutz im Wandel unter einen Hut zu bringen?
Diesen Themen widmen sich der Naturpark Stromberg-Heuchelberg und die Landschaftserhaltungsverbänden Enzkreis, Heilbronn, Karlsruhe und Ludwigsburg in einem öffentlichen Vortrags- und Diskussionsabend am Dienstag, 3. März 2026, von 18 bis 20.30 Uhr im Naturparkzentrum Zaberfeld (Ehmetsklinge 1, 74374 Zaberfeld). Die Veranstaltung ist Teil der gemeinsamen Vortragsreihe „Das Miteinander von Biodiversität und Landwirtschaft“ und richtet sich an Winzerinnen und Winzer, Landwirtinnen und Landwirte, Kommunen, Naturschützer:innen sowie alle Interessierten.
Vier Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis beleuchten die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln:
„Wir möchten das Thema bewusst in die Öffentlichkeit tragen, Betroffene zusammenbringen und dazu anregen, gemeinsam über Perspektiven nachzudenken“, betont Naturparkvorsitzende Diana Danner. „Der Weinbau ist nicht nur Wirtschaftszweig, sondern prägt Identität und Lebensgefühl unserer Region.“
Die Teilnahme ist kostenlos, eine formlose Anmeldung wird per E-Mail an [email protected] erbeten.
Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen, die Veranstaltung zu besuchen und darüber zu berichten.
März 2025
26.03.2025. Das Naturparkzentrum vom Naturpark Stromberg-Heuchelberg lädt zu einem Informationsabend zum Thema „FFH-Mähwiesen“ ein. Referenten mit Bezug zum Thema erzählen interessierten Bürger*innen aus ihrer Perspektive.
Großer Andrang und zur Neige gehende Sitzplätze am Mittwochabend. 60 Interessierte aus Landwirtschaft, Jägerschaft und dem Naturschutz haben sich im Naturparkzentrum eingefunden. Als Teil der Vortragsreihe „Das Miteinander von Biodiversität & Landwirtschaft“ laden die Landschaftserhaltungsverbände Enzkreis, Heilbronn, Ludwigsburg und Karlsruhe zusammen mit dem Naturpark Stromberg-Heuchelberg zu einem Vortrags- und Diskussionsabend ein.
Im ersten Teil trägt Frau Anja Leyk-Anderer aus dem Referat 56 des Regierungspräsidiums Karlsruhe, welche dankenswerterweise für den erkrankten Herrn Tobias Lepp kurzfristig eingesprungen ist, die Hintergründe, Bedeutung, Kartierung,
Bewirtschaftung und Umgang aus naturschutzfachlicher Sicht zum Thema FFH-Mähwiesen vor.
FFH-Mähwiesen in Baden-Württemberg: Schutz für bedrohte Arten
FFH-Mähwiesen sind wertvolle Lebensräume, die in Baden-Württemberg unter besonderem Schutz stehen. Sie bieten seltenen Pflanzen- und Tierarten, wie Orchideen oder Schmetterlingen, eine Heimat und spielen eine wichtige Rolle für die Biodiversität. Als Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks unterliegen sie strengen Bewirtschaftungsauflagen.
Die Flächen sind zunehmend bedroht. Die Intensivierung der Landwirtschaft und der Klimawandel setzen den Wiesen zu. Damit die Artenvielfalt erhalten bleibt, sollten die Wiesen zwei Mal im Jahr gemäht und nur eingeschränkt gedüngt werden. Um die nachhaltige Nutzung sicherzustellen, sind verstärkte finanzielle Unterstützungen für Bewirtschaftende von Nöten.
Der zweite Vortrag, gehalten von Frau Chiara Engels aus dem Landratsamt Landkreis Karlsruhe, welche dankenswerterweise den Teil von der erkrankten Kollegin Frau Luina Krope übernimmt, handelt von Wiesenknopf-Ameisenbläulingen. Diese seltenen Schmetterlinge sind in Deutschland stark bedroht. Das Überleben hängt von zwei Faktoren ab: vom Großen Wiesenknopf und von Knotenameisen. Die Raupen des Schmetterlings entwickeln sich zunächst in den Blüten des Großen Wiesenknopfs bevor sie von Ameisen fälschlicherweise für eine der eigenen Larven gehalten, in deren Bau getragen und dort weiter versorgt und aufgezogen werden. Dieses komplexe Zusammenspiel zwischen Falter, Pflanze und Ameise gilt es durch angepasste Bewirtschaftungsmaßnahmen zu schützen.
Zum Abschluss berichtete Herr Theodor Hellinger als Landwirt aus der Praxis. In Zusammenarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband Landkreis Karlsruhe, der Unteren Naturschutzbehörde und dem Regierungspräsidium bewirtschaftet er erfolgreich seit mehreren Jahren seine FFH-Mähwiesen und betreibt naturschutzfachliche Landschaftspflege mit Schafen und Ziegen.
Ein Mit- statt Gegeneinander
In der Diskussion kristallisierten sich Probleme mit dem Umgang rund um FFH-Mähwiesen heraus. Kartierungsfehler, von Nachbargrundstücken eingetragene invasive Pflanzenarten, unzureichende finanzielle Unterstützung. Viele der Probleme können sich nur durch ausreichende Kommunikation und einem Miteinander lösen lassen. Der rege Austausch unter allen Teilnehmenden hielt bis weit nach Veranstaltungsende gegen 22 Uhr an – ein Zeichen für das große Interesse an einer gemeinsamen Lösung.
Fotos: LEV
Mai 2022
